Nahles besucht Andernach
Andernach, 29.06.2007
Rasselstein sei auf die Folgen des demografischen Wandels gut vorbereitet. Viele Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit der Belegschaft langfristig erhalten, seien "vorbildlich" umgesetzt. Das betont Andrea Nahles, Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Präsidiums der SPD, nach einem Besuch des Weißblechwerks in Andernach. Eingeladen hatte Wilfried Stenz im Namen des Betriebsrates.
Zu Beginn des Besuchs erläuterten die Betriebsräte sowie weitere Vertreter des Unternehmens aktuelle Fragen aus der Sicht des Industriebetriebs. Dabei waren internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Folgen einer verlängerten Lebensarbeitszeit zentrale Themen.
Die Bundespolitikerin erklärte in einer anschließenden Pressekonferenz, dass sie sich für politische Rahmenbedingungen einsetzen will, die die positiven Ansätze, die sie bei ihrem Besuch gesehen habe, unterstützen könnten. So sehe sie es als einen Widerspruch an, wenn ein Unternehmen Angebote zur Gesundheit und Fitness der Mitarbeiter mache, dann aber die Steuer diese Leistung als "geldwerten Vorteil" betrachte und entsprechend verteuere. Angesichts von Arbeitsanforderungen, die Menschen unmöglich bis ins Alter von 67 Jahren erfüllen könnten, forderte die Sozialdemokratin auch künftig "gleitende Ausstiege aus dem Erwerbsleben", etwa mit der Möglichkeit einer Teilrente und gleichzeitiger Teilzeitbeschäftigung. Die von Wilfried Stenz betonte Notwendigkeit einer verstärkten Qualifizierung der Arbeitnehmer, um sie für die Anforderungen eines langen Arbeitslebens fit zu halten, machte sich Nahles zu eigen und lehnte die voreilige Öffnung des Arbeitsmarktes für neue Zuwanderer als eine falsche Lösung ab. Auch zum Kraftwerksbau nahm die Politikerin Stellung. Solange die gesetzlichen Erfordernisse und Grenzwerte eingehalten würden, gäbe es keinen Grund, eine für den Standort so wichtige und energiepolitisch wünschenswerte Investition zu behindern. Einen besonderen Akzent setzte die prominente Besucherin am Ende: sie habe einen Rasselstein gesehen, der "weiblicher" geworden sei: mehr Frauen als früher seien in der Produktion tätig, auch im Schichtdienst.
Wilfried Stenz bewertet den Besuch als erfolgreich. "Wir konnten über alle Fragen offen diskutieren. Frau Nahles hat viele Anregungen gegeben und mitgenommen in ihre politische Arbeit."




