Auf schwierige Marktentwicklung gut vorbereitet
Essen, 23.04.2008
Auf schwierige Marktentwicklung gut vorbereitet
Als “gut gerüstet für einen scharfen Wettbewerb in einem engen Markt“ präsentierte Karl Ernst Friedrich, technischer Vorstand des Andernacher Weißblechherstellers Rasselstein, sein Unternehmen anlässlich der Messe Metpack in Essen. Vor Journalisten erläuterte er, wie Deutschlands einziger Produzent von Verpackungsstahl den Herausforderungen aufgrund von exorbitanten Kostensteigerungen und zunehmend scharfem Wettbewerb begegnen will.
Stahl als Verpackungswerkstoff ist nach Ansicht von Friedrich nach wie vor die vorteilhafteste Lösung für viele Füllgüter und Verwendungszwecke. Die Verpackungssicherheit, die zum Beispiel Nahrungsmitteln Frische und Geschmack über Jahre hinweg ohne Energieaufwand erhält, sei ebenso unübertroffen, wie die hohe Geschwindigkeit und Verfahrenssicherheit bei der Abfüllung, die über 500 Füllungen pro Minute ermöglicht. „Dazu kommen die ökologischen Vorteile, die sich unter anderem in einer Recycling-Quote von 89,2 Prozent in Deutschland ausdrücken“, erklärte Friedrich.
Mit der Zusammenfassung der Produktionsanlagen am Standort Andernach und dem Ausbau des Werkes zum weltgrößten Standort für Verpackungsstahl hat die ThyssenKrupp Steel-Tochter Rasselstein in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen, um sich mit einer konsequenten Premiumstrategie zukunftsfähig im Wettbewerb zu positionieren. Friedrich: „Wie wir auf dieser Messe zeigen, ist es unser Anspruch, dem Kunden für jede denkbare Anwendung den besten, auf seine Wünsche exakt abgestimmten Werkstoff zuverlässig und in Spitzenqualität zu liefern. Diesen Anspruch untermauert Rasselstein mit einem umfassenden technischen Service, der Vor-Ort-Lösungen mit dem Kunden erarbeitet. Zudem regen wir Innovationen an und entwickeln die notwendigen Stahlgüten, damit unsere Kunden auf neue Markttrends mit modernen Lösungen reagieren können.“
Rasselstein stellt auf der Metpack sein weit gefächertes Gütenportfolio vor, das besonders bei den Eigenschaften „Härte“ und „Verformbarkeit“ neue Spitzenwerte erreicht. Diese Weiterentwicklungen ermöglichen dem Anwender, für eine gleich bleibende oder sogar verbesserte Qualität seines Produktes dünnere Blechdicken einzusetzen und damit Gewicht und Kosten in allen Wertschöpfungsstufen zu sparen. Andere Vorteile liegen zum Beispiel in der Einsparung von Verarbeitungsschritten, etwa indem besonders dehnungsfähiges Material mit weniger Tiefzügen in die gewünschte Form gebracht werden kann.
So bietet Rasselstein ein nur 0,100 Millimeter dickes Material an, das sowohl tiefziehfähig als auch für geschweißte dreiteilige Dosen einsetzbar ist. Allein durch diese Dickenabsenkung erhöht sich die Materialeffizienz gegenüber heutigem Standard um etwa 20 Prozent – ein Nutzen für die Umwelt ebenso wie für die Wirtschaftlichkeit des Werkstoffs.
Für den semiprofessionellen Einsatz im Catering oder in der Gastronomie hat Rasselstein gemeinsam mit dem Verpackungshersteller Impress und der Brauerei Heineken ein bereits preisgekröntes 10-Liter-Bierfass entwickelt, bei dem die verbesserten Materialeigenschaften zum Tragen kommen. So muss der in Fassoptik geformte Behälter dauerhaft einem Innendruck von fünf Bar standhalten.
Zusammen mit renommierten Maschinenherstellern der Stahlverpackungsindustrie hat Rasselstein im Projekt „Flexiline“ Linienkonzepte für Dosenhersteller erarbeitet, damit diese künftig individuelle Formgebungen auch in kleinen Losgrößen zu vertretbaren Kosten realisieren können. Rasselstein präsentiert einen Prototypen, der die hohe Verformbarkeit und damit Gestaltungsvielfalt des weiterentwickelten Verpackungsstahls unter Beweis stellt. Zugleich macht Rasselstein auf die Chancen aufmerksam, die sich für markenindividuelle Verpackungslösungen aus Stahl eröffnen.
Der mit nahezu 80-prozentiger Exportquote global aufgestellte deutsche Weißblechhersteller mit einer Jahresproduktion von rund 1,5 Mio. Tonnen positioniert sich auf seinem Kernmarkt Europa angesichts von Überkapazitäten. Friedrich betonte, dass die weiterhin bestehende Vollauslastung der Kapazität von Anfang an durch Kundenwünsche und nicht über den Preis bewirkt worden sei: „Für uns als Premiumanbieter stehen Technologie- und Qualitätsführerschaft absolut im Vordergrund.“
Die weitaus größten Sorgen bereitet dem Unternehmen die Kostenentwicklung. „Das gleichzeitige Explodieren sämtlicher Kostenfaktoren haben wir in solcher Dramatik noch nicht erlebt. Erzpreise, die um 65 Prozent allein in diesem Jahr steigen, Preissteigerungen für Legierungsmittel, Kohle, Koks, übrige Energien und Transport bewirken drastische Erhöhungen unserer Vormaterialkosten. Oben drauf kommen noch die spezifischen Kosten für Weißblech wie zum Beispiel Zinn, das mit über 20.000 Dollar pro Tonne gehandelt wird. Insgesamt wird sich der Markt darauf einstellen müssen, dass wir diese Kosten weiterreichen.
„Immerhin“, fasste Friedrich zusammen, „haben unsere Kunden gute Argumente, um im Vergleich zu anderen Werkstoffen und Verpackungsalternativen auch künftig auf Weißblech zu setzen. Qualität hat nicht nur ihren Preis, sie hat auch ihren Wert, der sich in zahlreichen Wettbewerbsvorteilen ausdrückt. Verpackungsstahl aus Deutschland ist und bleibt eine vorteilhafte Wahl.“




