Weißblech-Recycling-Quote auf Rekordhoch
Erneute Steigerung der Recycling-Rate bei Verpackungsstahl
Andernach, 20.11.2007
Mit einer nie dagewesenen Recycling-Quote von 89,2 Prozent hat Weißblech 2006 die Rekordmarke des Vorjahres noch einmal überboten. Rasselstein, Deutschlands einziger Hersteller von Verpackungsstahl, erfüllt damit seine Produktverantwortung weit über das gesetzlich gebotene Maß von 70 Prozent hinaus.
Der Andernacher Weißblechhersteller – Rasselstein ist der weltgrößte Einzelstandort für Weißblech – stellt mit Hilfe zweier Entsorgungsunternehmen die Rücknahme gebrauchter Stahlverpackungen aus den verschiedenen Erfassungssystemen sicher und führt sie der Wiederverwertung in der Stahlproduktion zu.
Auf die bei Endverbrauchern anfallenden und in der Regel über den „Grünen Punkt“ entsorgten Weißblechverpackungen ist die DWR Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH spezialisiert. Sie dient den dualen Systemen als Garantiegeber. Insgesamt sind über diesen Weg 2006 rund 285.000 Tonnen Weißblech in den Herstellungsprozess von Stahl zurückgeführt worden. Der aus Weißblech bestehende Teil des für die Stahlproduktion unentbehrlichen Sekundärrohstoffs Schrott – insgesamt 469.300 Tonnen – erspart den Einsatz von 700.000 Tonnen Eisenerz, 305.000 Tonnen Kohle und weitere Einsatzstoffe. Das schont nicht nur die Rohstoffressourcen, sondern trägt auch zu einer deutlichen Absenkung der CO2-Entstehung bei. Die magnetische Eigenschaft von Eisen prädestiniert Stahlprodukte zum Recycling: Stahl kann in jeder Bearbeitungsstufe von Abfällen sicher identifiziert und leicht separiert werden.
Der gewerblich anfallende Weißblechschrott wird im Auftrag der abfüllenden Industrie von dem Non-Profit-Unternehmen Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS) erfasst, zur Wiederverwertung im Stahlprozess vorbereitet und an die Stahlindustrie geliefert.
Der hohe Qualitätsanspruch, den die Stahlhersteller an die Einsatzstoffe stellen, verlangt von den Schrottzulieferern, dass sie weitgehend sortenreines und von Fremdstoffen und Verschmutzung befreites Material zur Verfügung stellen. Sowohl KBS als auch DWR verfügen über das Know-how und die notwendige Technik, um die hohen Erwartungen an Qualitätsschrott aus Verpackungsstahl zu erfüllen. „Mit Hilfe genauer Eingangskontrollen und spezieller Behandlungsverfahren zur Restentleerung garantieren wir den Stahlherstellern höchste Reinheitsgrade“, hält KBS-Geschäftsführer Franz-Josef Thiele fest.
Edmund van Dyck, Geschäftsführer der DWR, macht auf eine Besonderheit des aus den Haushalten der Endverbraucher eingesammelten Verpackungsstahls aufmerksam. „Eigentlich funktioniert die Abfalltrennung recht gut und speziell die Haushaltsverpackungen aus Stahl werden weitestgehend von den Dualen Systemen erfasst. Aber Dosen und andere Weißblechbehälter kommen zu oft verunreinigt in die Schrotterfassung.“ Dabei handele es sich zum Beispiel um nur teilweise entleerte oder mit anderen Haushaltsabfällen befüllte Dosen. Diese hätten zwar beim Einbringen in den Stahlprozess keinen negativen Einfluss auf den neu erzeugten Stahl, so der Recyclingspezialist, „aber sie machen kostspielige Filteranlagen erforderlich, um die Umwelt vor den Verschmutzungen zu schützen, die bei der Verbrennung beispielsweise von Kunststoffen im Stahlkonverter entstehen.“
Deswegen, so van Dyck weiter, arbeite die DWR an einer weiteren Verbesserung der Vorbehandlung von Verpackungsschrott. „Zerkleinertes Verpackungsblech lässt sich noch effektiver von unerwünschtem Begleitmaterial trennen. Zu diesem Zweck werden wir 2008 damit beginnen, Weißblech vor der weiteren Behandlung zu schreddern“, kündigt der DWR-Chef an.
Zufrieden mit der erreichten Recyclingrate zeigt sich auch Rasselsteins Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Roeske. „Bei Rasselstein hört das Qualitätsmanagement nicht am Werkstor auf. Wir arbeiten täglich daran, unseren Kunden und Verbrauchern ein Spitzenprodukt mit ökologischer Top-Performance zu liefern. Das Schließen des Wertstoffkreislaufs mit unseren Partner bei der KBS und DWR ist in diesem Zusammenhang für uns der Schlüssel zum Erfolg.“
Auch die derzeit in der politischen Abstimmung befindliche Novelle der Verpackungsverordnung ist für die Branche ein Lichtblick: „Sie wird uns helfen das Qualitätsniveau beim Recycling von Verpackungsstahl für die Zukunft zu sichern. Es geht uns darum, dass der Verbraucher weiter seine Dosen bequem und nachhaltig verwerten kann.“, fasst Roeske zusammen und appelliert an die Politik: „Ein Beschluss im Bundesrat pro Novelle Verpackungsverordnung hilft uns dabei.“
Zur weiteren Information: Verwertungsquoten (Quelle: GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH, Recycling-Bilanz für Verpackungen. Berichtsjahr 2006, November 2007, S. 83 bzw. S. 91)
Motivfotos zum Thema Weißblechrecycling:








